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Bundesverfassungsgericht: Urteil zu Lehrerstreik-Fällen

Beamtenstatus und Streikrecht nicht vereinbar

dbb jugend Chefin Karoline Herrmann begrüßte das Urteil des Bundesverfassungsgerichts in Karlsruhe: „Verlässlichkeit ist Grundstein für gute Bildung.“

dbb jugend und dbb haben die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum beamtenrechtlichen Streikverbot ausdrücklich begrüßt. Beamtenstatus und Streikrecht sind grundsätzlich nicht miteinander vereinbar, urteilte der Zweite Senat des Gerichts unter Vorsitz von Präsident Prof. Dr. Andreas Voßkuhle am 12. Juni 2018 in Karlsruhe.
„Heute ist ein guter Tag für Lehrer, Schüler und Eltern“, stellte Karoline Herrmann klar. „Denn nur durch das Streikverbot für Lehrer kann die Schulpflicht weiterhin garantiert werden.“ Denn gute Bildung setze zunächst Verlässlichkeit voraus, so die Vorsitzende der dbb jugend weiter. „Das ist der Grundstein: Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass ihre Kinder unterrichtet werden“, so Herrmann weiter.

Staatliche Aufgabenerledigung sicherstellen

„Mit seiner Entscheidung hat das oberste deutsche Gericht unsere Rechtsauffassung zum Beamtenstatus einhundertprozentig bestätigt“, sagte der dbb Bundesvorsitzende Ulrich Silberbach unmittelbar nach Bekanntgabe der Entscheidung in Karlsruhe. „Die Verfassung garantiert mit dem Berufsbeamtentum und seinen Grundsätzen in einem ausbalancierten Verhältnis von Rechten und Pflichten ganz bewusst einen streikfreien Raum, in dem eine ständige staatliche Aufgabenerledigung sichergestellt wird. Dazu steht der dbb uneingeschränkt. Verlässlichkeit und Neutralität der Leistungen des Staates sind in der Bundesrepublik Deutschland über den Beamtenstatus abgesichert. Nur dieser Status garantiert einen in wesentlichen Aufgabenfeldern streikfreien öffentlichen Dienst, auf den sich die Menschen Tag für Tag, rund um die Uhr und jahrein, jahraus verlassen können“, so der dbb Chef. Silberbach kritisierte erneut die Argumentation der Beschwerdeführer – vier verbeamtete Lehrerinnen und Lehrer, die aufgrund ihrer Teilnahme an Streiks disziplinarrechtlich belangt worden waren –, ihnen werde mit dem Streikrecht ein Menschenrecht im Sinne der Europäischen Menschenrechtskonvention genommen. „Gerade deshalb gibt es zwei Beschäftigtengruppen: Arbeitnehmer des öffentlichen Dienstes haben überall, das ist anders als vielfach in Europa, das volle Streikrecht. Beamte haben dafür ein anderes, aber ebenfalls in sich ausgewogenes System – etwa die Zusage vom Staat, dass dieser lebenslang die Verantwortung für ihre materielle Absicherung übernimmt. Auf diese Weise dient das Beamtenverhältnis dem Wohl des Landes und der Allgemeinheit, der Sicherung des Rechtsstaats und der Demokratie, und es steht vollkommen im Einklang mit europäischem Recht“, machte Silberbach deutlich.
Auch Friedhelm Schäfer, Zweiter Vorsitzender und Fachvorstand Beamtenpolitik des dbb, begrüßte das Urteil. „Das Bundesverfassungsgericht hat klargestellt, dass es erstens am Status des Berufsbeamtentums als einem Charakteristikum unserer Staatsorganisation nichts zu rütteln gibt, und dieser zweitens aufgrund seiner differenzierten Ausgestaltung nicht gegen europäisches Recht verstößt.“ Mit Blick auf die in Karlsruhe verhandelten Fälle streikender Lehrer sagte Schäfer: „Wer die Schulpflicht gesetzlich verankert, muss auch dafür sorgen, dass Unterricht stattfindet. Der Beamtenstatus und das ihm innewohnende Streikverbot für Lehrkräfte sind daher unabdingbar, da sind sich dbb und die unter seinem Dach organisierten Lehrergewerkschaften vollkommen einig. Schüler und Eltern müssen sich darauf verlassen können, dass die Wissensvermittlung an Schulen jederzeit verlässlich stattfindet.“Ende

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Junge Liberale-Chefin Ria Schröder im Interview

„Mehr Durchlässigkeit in der Beamtenlaufbahn“

Seit April 2018 ist Ria Schröder (26) Bundesvositzende der FDP-Jugend „Junge Liberale“. Die Juristin lebt und arbeitet in Hamburg.

Im Zuge der Verfassungsklagen einiger verbeamteter Lehrerinnen und Lehrer auf ein Streikrecht für Beamte (Zur Urteilsverkündung siehe Seite 3) wurde viel über das Berufsbeamtentum in Deutschland diskutiert. Aus diesem Anlass beschäftigt sich die dbb jugend in diesem Jahr schwerpunktmäßig mit diesem Thema: „Beamte – Deal or no deal?“ wollen die jungen Gewerkschafter wissen und haben sich hierzu mal bei den Jugendorganisationen der Parteien umgehört. Diesmal im Interview: Ria Schröder, Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen (JuLis).

t@cker: Brauchen wir Beamte?
Ria Schröder: Natürlich brauchen wir Beamte! Sie und alle anderen staatlichen Angestellten nehmen wichtige Aufgaben für das Gemeinwesen wahr. Dafür bin ich unendlich dankbar. Aus Sicht von uns Jungen Liberalen müssen aber nicht alle staatliche Beschäftigten verbeamtet sein. Das Beamtenverhältnis ist da sinnvoll, wo die staatliche Funktionsfähigkeit sichergestellt und ausschließlich hoheitliche Aufgaben übernommen werden, zum Beispiel bei Finanzbeamten, der Polizei oder in der Justiz. Die Verbeamtung von Lehrkräften sollte jedoch nicht der Normalfall sein. Die Situation an Privatschulen oder in anderen Ländern zeigt, dass die Erfüllung des staatlichen Bildungsauftrags auch anders sichergestellt werden kann. Lehrerinnen und Lehrer sind wichtig für unsere Gesellschaft. Deshalb setzen wir uns für deren leistungsgerechte Bezahlung ein. Lehrkräfte, die mit Herzblut und Leidenschaft die junge Generation ausbilden, sollen auch mehr verdienen. Das würde außerdem den nötigen Respekt für diesen wichtigen Beruf erhöhen.

t@cker: Streikrecht für Beamte – ja oder nein?
Ria Schröder: Wir JuLis haben die Frage des Streikrechts für Beamte noch nicht fertig ausdiskutiert und deshalb noch keine Beschlusslage dazu. Grundsätzlich erkennen wir das Streikrecht als ein wichtiges Instrument im Arbeitskampf an, um die strukturelle Asymmetrie zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern auszugleichen. Natürlich sollte ein Streik immer das letzte Mittel sein und gemeinsame Einigungen, notfalls durch Schlichtungsverfahren, sollten vorgehen. Ich persönlich sehe das bei Beamten so: Wir wollen nur diejenigen verbeamten, die ausschließlich hoheitliche Aufgaben wahrnehmen, deren Erfüllung für die Funktionsfähigkeit des Staates unerlässlich ist. In diesen Fällen ist ein besonderes Treueverhältnis zwischen Staat und Beschäftigten erforderlich, denn die Aufrechterhaltung der staatlichen Kernaufgaben muss ständig gesichert sein. Deshalb sehe ich ein Streikrecht für diese Beamte eher kritisch.

t@cker: Einheitsversicherung für Beamte und Arbeitnehmer – eine gute Idee?
Ria Schröder: Grundsätzlich können wir Jungen Liberalen uns gut vorstellen, dass allen Bürgern im Rahmen eines privatisierten Versicherungssystems die gleiche Grundversorgung im Gesundheitsbereich zukommt. Das würde auch Beamte mit einbeziehen. Ob auf einer zweiten Stufe Beamte zusätzliche Wahlleistungen durch den Dienstherrn vergünstigt erhalten sollen, kann man diskutieren. Es ist aber klar, dass das Gesundheitssystem grundsätzlich reformbedürftig ist. Entscheidend ist für uns, dass wir ein Gesundheitssystem schaffen, das demografiefest ist und eine Gesundheitsversorgung mit hohem Standard für alle Menschen sichert.

t@cker: Gleiches Geld für gleiche Arbeit war gestern. Wie finden Sie es, dass Polizisten in München deutlich mehr verdienen als ihre Kollegen in Berlin?
Ria Schröder: Wir finden, die Bezahlung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern sollte sich nach der individuellen Verantwortung und Leistung bemessen, nicht nach dem Wohnort. Zu den Gehaltsunterschieden bei Beamten haben wir leider keine eindeutige Beschlusslage. Allerdings darf man bei dieser Frage nicht vergessen, dass die Lebenshaltungskosten in Deutschland – etwa in der Stadt im Vergleich zum ländlichen Raum – unterschiedlich hoch sind. Deshalb gibt es oft regionale Gehaltsunterschiede, die dann wiederum etwa durch höhere Wohnkosten kompensiert werden. Mir fällt kein Grund ein, wieso Beamte, anders als alle anderen Arbeitnehmer, von diesen regionalen Unterschieden ausgenommen sein sollten. Bei Landesbeamten spielt zudem der finanzielle Spielraum des Bundeslands eine Rolle. Wir JuLis setzen uns seit jeher für solide und generationengerechte öffentliche Finanzen ein. Diese eröffnen auch dem Staat als Arbeitgeber neue Spielräume, zum Beispiel bei der Besoldung seiner Beamten.

t@cker: Der öffentliche Dienst muss als Arbeitgeber attraktiver für junge Menschen werden – was ist zu tun?
Ria Schröder: Ich erlebe meine Generation als viel flexibler als früher. Wir entscheiden uns nicht mehr für einen Job, den wir unser Leben lang machen, sondern wollen uns ausprobieren – „sowohl als auch“, statt „entweder oder“. Der öffentliche Dienst wird dem oftmals noch nicht gerecht. Ich wünsche mir beispielsweise mehr Durchlässigkeit in der Beamtenlaufbahn, mehr Möglichkeiten für Quereinsteiger oder dafür, mal ein paar Jahre Erfahrung in der freien Wirtschaft zu sammeln. Außerdem entsprechen zu viele Behörden noch dem Klischee einer grauen Amtsstube mit Papierbergen und Faxgeräten, Linoleumböden und strikten Präsenzzeiten. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele junge Menschen da lieber einen modern arbeitenden und digital aufgestellten Arbeitgeber wählen. Ende

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Politisches Speed-Dating

dbb jugend trifft Parlamentarier: Beamte – Deal or no deal?

„Beamte – Deal or no deal?“ – bei ihrem Parlamentarischen Abend am 4. Juni 2018 in Berlin wollten die dbb jugend und deren Jugendpolitische Kommission als Organisatoren von den Abgeordneten und Vertretern politischer Jugendorganisationen wissen, wie sie zum Berufsbeamtentum stehen.
Nach der Begrüßung durch dbb jugend Chefin Karoline Herrmann und dbb Chef Ulrich Silberbach ging’s für die Parlamentarier rund: An insgesamt sechs Tischen, jeweils zu den Themen Berufsbeamtentum und Streikverbot, Aufstiegsmöglichkeiten und Wertschätzung/Work-Life-Balance, konnten sich die Berufspolitiker mit den Vertreterinnen und Vertretern des Berufsnachwuchses im öffentlichen Dienst in jeweils zehn Minuten austauschen – politisches Speed-Dating.
Die dbb jugend machte deutlich, dass sie den „Deal“ zwischen dem Staat und seinen Beamten für eine „ziemlich coole Sache“ hält: „Beamte sind unverzichtbar. Dafür, dass wir uns auf unseren Staat und darauf, dass alles mit Recht und Ordnung zugeht, verlassen können, zu jeder Tages- und Nachtzeit, im Alltag ebenso wie in Ausnahmesituationen, sorgen ganz viele Kolleginnen und Kollegen im öffentlichen Dienst und in den privatisierten Bereichen, aber die Beamtinnen und Beamten tun das in ganz besonderem Maße“, sagte dbb jugend Chefin Karoline Herrmann. Die aktuell in Gestalt von Rufen nach einer Bürgerversicherung oder gar der kompletten Abschaffung des Beamtenstatus zu erkennenden Bestrebungen würden vieles anders, „aber garantiert nichts besser machen“, warnte Herrmann. „Deshalb: Finger weg vom Berufsbeamtentum, aber mehr Wertschätzung, Aufstiegsmöglichkeiten und Beteiligungsrechte dürfen es gerne sein für die Kolleginnen und Kollegen!“
Bei den Gästen der dbb jugend war die Sicht auf das Thema entsprechend des politischen Spektrums differenziert, so dass in Berlin lebhaft diskutiert wurde, u.a. mit Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke), Beate Müller-Gemmeke (Bündnis 90/Die Grünen), Klaus-Dieter Gröhler (CDU/CSU), Konstantin Kuhle (FDP), Markus Kurth (Bündnis 90/Die Grünen), Pascal Meiser (Die Linke) und Susanne Mittag (SPD). Ebenfalls gekommen waren Mareike Röckendorf, Schatzmeisterin der Jungen Liberalen, Jakob Migenda, Bundessprecher der linksjugend [‚solid], Christoph Brzezinski, Landesvorsitzender Junge Union Berlin, und Johannes Dallheimer, Bundesvorsitzender des Bundesverbands Liberaler Hochschulgruppen. Ende

 
         
   
         
   

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Sieben Tage Israel

Emotionen und Verständigung

Von Philipp Mierzwa

Am 22. Mai 2018 trafen sich in Berlin insgesamt acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Reihen der dbb jugend sowie zwei für die Delegation Verantwortliche, um sich gemeinsam auf eine große Reise vorzubereiten: Sieben Tage in Israel. Sieben Tage im Heiligen Land. Sieben Tage auf einem anderen Kontinent.
Von Beginn an war die Stimmung innerhalb unserer Delegation von großer Vorfreude geprägt, herzlich und sehr positiv – jedoch angesichts der jüngsten Vorfälle am Gaza-Streifen auch ein wenig angespannt. Im Rahmen des Vorbereitungsseminars wurden unsere Sorgen und Ängste beschwichtigt und wir stiegen am nächsten Tag in den Flieger Richtung Israel.
Dort wurden wir nach unserer Landung auf dem Flughafen Ben Gurion (benannt nach dem Gründer des Staates Israel) noch am Gate von den israelischen Gewerkschaftern Udi und Gabi sehr herzlich empfangen. In den nächsten Tagen reihte sich dann ein beeindruckendes Ereignis an das andere:
Mit der Shoa (die jüdische Bezeichnung für den Holocaust) wurden wir in der Gedenkstätte Yad Vashem konfrontiert, wir haben viel über die bewegte und bewegende Geschichte des jüdischen Volkes und des Staates Israel gelernt und uns mit unseren israelischen Freunden an der jordanischen Grenze über das Verhältnis des Staates zu seinen Nachbarn ausgetauscht.
Neben diesen teilweise sehr heftigen und emotionalen Eindrücken haben wir unseren Aufenthalt natürlich auch dazu genutzt, um unseren Teil zu den deutsch-israelischen Beziehungen beizutragen, indem wir versucht haben, die Bürgerinnen und Bürger des Staates Israel besser kennenzulernen und ihnen auch unser Land näherzubringen.
Dies geschah im direkten Austausch mit anderen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern, Ehrenamtlichen, Freiwilligen, sozialen Akteuren, Interessenvertreterinnen und Interessenvertretern und natürlich auch mit ganz normalen israelischen Bevölkerung.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Treffen mit Yuli Edelstein, dem Präsidenten der Knesset (Israels Bundestagspräsident). Bei diesem Treffen ging es um die Bedeutung von Transparenz in politischen Prozessen und die politische Aktivierung von jungen Menschen. Wir haben Yuli Edelstein als eine sehr beeindruckende Persönlichkeit kennengelernt und waren dankbar und begeistert darüber, dass wir die Möglichkeit hatten, so lange mit ihm zu sprechen.
Natürlich durften auch die touristischen Highlights des Landes nicht zu kurz kommen: Neben der Grabeskirche, der Klagemauer, den Gräbern der Jungfrau Maria und König Davids sowie weiterer unverzichtbarer Orte in Jerusalem, standen auch das Tote Meer, Nationalparks, die Festung Massada, der Ort Jaffa (der älteste Stadtteil von Tel Aviv) und die Besichtigung der Knesset auf dem Programm. Wir haben versucht, jede kulturelle und/oder religiöse Stätte auf unserem Weg zu erforschen und haben die Zeit auf der Straße dazu genutzt, uns das Land und auch die einheimische Musik von unseren Guides näherbringen zu lassen.

Neben den vielen Terminen blieb trotzdem genügend Zeit, um eine Delegation des DGB zu treffen, die sich zum gleichen Zeitpunkt in Israel aufhielt. Auch hier haben wir die Möglichkeit dazu genutzt, uns auszutauschen, zu vernetzen und konnten feststellen, dass es bei den Herausforderungen in der gewerkschaftlichen Jugendarbeit viele Überschneidungen und Gemeinsamkeiten gab.
Aber was ist ein Reisebericht ohne die Erwähnung und Würdigung der einheimischen Küche? Natürlich haben wir jede Möglichkeit (und von diesen Möglichkeiten gab es wahrlich genug) genutzt, israelische Speisen und Getränke zu probieren, Gewürze zu kaufen und Rezepte auszutauschen. Leider hat die schiere Menge und Vielfalt der angebotenen Speisen dazu geführt, dass so manche Hose, die zu Beginn der Reise noch passte, nach wenigen Tagen auf Nimmerwiedersehen im Koffer verschwand und durch ein weiteres oder bequemeres Modell ersetzt werden musste. Gibt es ein größeres Kompliment?
Müde, erschöpft aber bis in die Haarspitzen vom Heiligen Land und seiner Bevölkerung begeistert, traten wir am 29. Mai den Weg zurück nach Berlin an und nach sieben Tagen endete unser Austausch. Es gilt jetzt, die gesammelten Impressionen zu verarbeiten und sie für die Zukunft zu bewahren. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein solcher Austausch der beste Weg ist, um zu einem besseren Verständnis und damit auch zu einem besseren Verhältnis zwischen den Ländern, Kulturen, Religionen und Kontinenten beizutragen.
Auch untereinander haben wir viele gute und tiefgehende Gespräche geführt, Kontakte geknüpft, Herausforderungen gemeistert aber vor allem ganz viel Spaß gehabt und neue Freundschaften geschlossen. Ein riesiges Dankeschön geht an unsere israelischen Freunde von der Histadrut – Udi, Gabi, Janif und Lahav, die mit ihrem leidenschaftlichen und unermüdlichen Einsatz diese beeindruckenden Erlebnisse erst ermöglicht haben! Eins steht jetzt schon fest: Wir kommen wieder. Ende

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Jugend meets Seniorentag

Demografischen Wandel gemeinsam gestalten

Treffen in Dortmund: Wolfgang Speck (Vorsitzender der dbb bundesseniorenvertretung), Margaret Heckel (Volkswirtin und Autorin) und dbb jugend Vize Christoph Strehle (v.l.n.r.).
Generationengerechte Lösungen für die Herausforderungen, die der demografische Wandel insbesondere mit Blick auf die sozialen Sicherungssysteme mit sich bringt, haben dbb bundesseniorenvertretung und dbb jugend zum Auftakt des 12. Deutschen Seniorentages am 28. Mai 2018 in Dortmund gefordert.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete das große Event als Schirmherr. Alle drei Jahre organisiert die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO), deren Mitglieder neben dem dbb beamtenbund und tarifunion auch zahlreiche seiner Mitgliedsgewerkschaften sind, den Seniorentag, der in diesem Jahr vom 28. bis 30. Mai 2018 in Dortmund unter dem Motto „Brücken bauen!“ stattfindet und zu dem 15.000 Teilnehmer und Besucher aus ganz Deutschland erwartet werden.

Generationengerechte Lösungen

Die dbb bundesseniorenvertretung begrüßte am ersten Tag zahlreiche interessierte Zuhörer zu ihrer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung „Vom Jugendwahn zur Diktatur der Alten?“. Der Vorsitzende Wolfgang Speck betonte zum Auftakt: „Ich hoffe, wir werden beide Behauptungen relativieren.“ Nachdem die Demographie-Expertin Margaret Heckel einige Fakten zur Bevölkerungsgruppe der über 65-Jährigen dargestellt hatte, machte die Volkswirtin und Autorin deutlich, dass die demografische Entwicklung Chancen für alle Generationen mit sich bringe. Die Chancen, einen Arbeitsplatz zu finden, seien für die Jungen schon lange nicht mehr so gut gewesen. Die Gefahr, dass Arbeitgeber ihr Heil nur in der jungen Generation sähen, sehe sie dennoch nicht. Inzwischen zähle die Erkenntnis, dass sich ältere und jüngere Beschäftigte gut ergänzen, fast schon zum Allgemeinwissen, so Heckel. In der anschließenden Diskussion kritisierte Christoph Strehle, stellvertretender Vorsitzender der dbb jugend, dass es ältere Generationen noch zu häufig falsch auffassten, wenn die junge Generation ihre Zukunftssorgen formuliere, die trotz aller „rosigen Aussichten“ durchaus vorhanden seien. So entwickle sich der Arbeitsmarkt zwar derzeit positiv, doch gebe es immer noch zu viele befristete Arbeitsverhältnisse insbesondere bei den jüngeren Beschäftigten. Eine Situation, die Existenz- und Familienplanung sehr erschwere, so Strehle. Ebenso wie Wolfgang Speck plädierte Strehle dafür, „dass die Probleme der heutigen Zeit im Sinne aller Generationen angegangen werden. Insbesondere die Herausforderung des demografischen Wandels lässt sich nur in enger Zusammenarbeit und offener Diskussion zwischen allen Altersgruppen bewältigen.“ Wolfgang Speck sagte: „Wir wollten und wollen nicht auf Kosten der Jungen leben, möchten aber auch unsere Lebensleistung anerkannt wissen.“ Die heutigen Rentner und Ruhestandsbeamten hätten nicht nur für sich selbst gearbeitet, sondern immer das Ziel vor Augen gehabt, dass es ihren Nachkommen bessergehe. Ende

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European Youth Event 2018

Die Zukunft liegt in Europa

Tausende begeisterte junge Europäerinnen und Europäer kamen in Straßburg zum European Youth Event zusammen – mit dabei: Die Delegation der CESI Youth.
Vom 31. Mai bis 3. Juni 2018 waren Delegierte der CESI Youth auf dem European Youth Event im und um das EU-Parlament in Straßburg vertreten. Zu dieser Veranstaltung versammelten sich rund 8.000 junge Europäerinnen und Europäer, um gemeinsam die Zukunft der Europäischen Union (EU) mitzugestalten. 15 CESI Youth Mitglieder wurden Teil dieser Bewegung im EU-Parlament.
In Workshops und Diskussionsrunden durften sich junge Menschen in die politische Diskussion einbringen und Vorschläge machen, Fragen und Forderungen stellen. Einige EU-Abgeordnete standen Rede und Antwort in Podiumsdiskussionen und zeigten sich offen für die Ideen der jungen Teilnehmer.

Ängste formulieren, Mauern einreißen

Die CESI Youth war mit einem Stand auf dem YO!Fest vertreten, bei dem die Teilnehmer ihre Ängste über die Zukunft in Europa und für sich persönlich auf Kartons aufschreiben konnten. Aus diesen wurde eine Mauer gebaut, die auf unterschiedlichen Sprachen die Sorgen und Unsicherheiten der Teilnehmer widerspiegelte. In der Diskussionsrunde am Samstag wurde diese Mauer dann eingerissen und über einige der Probleme gesprochen.
„Das EYE 2018 war eine großartige Veranstaltung, um wieder zur eigenen Identität zurückzukommen“, fasste CESI Youth Representative Matthäus Fandrejewski am Ende des Events zusammen. „Zum Schluss stand für jeden Teilnehmer fest: Wir sind Europa. Wir können die Zukunft Europas gestalten. Das ist letztlich das, worauf es in der EU ankommt. Seine eigene Identität zu finden und aus dieser Erkenntnis heraus seine Mitmenschen so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte. So entsteht der Solidargedanke, auch den anderen Mitgliedsstaaten zu helfen.“ Ziel des EYE war zudem, Multiplikatoren zu gewinnen, die Werbung für die Europawahl im nächsten Jahr machen. So bekamen die Teilnehmer in den verschiedenen Workshops zahlreiche Argumente geliefert, warum die Partizipation innerhalb der EU so wichtig ist.
„Ich durfte erstmals an einer Veranstaltung der CESI Youth teilnehmen und war begeistert von diesem großen Event mit vielen anderen Interessierten, offenen und begeisterten Europäerinnen und Europäern“, sagte Lena Oelschlegel von der dbb jugend bayern. „Für mich gilt es nun, die Erkenntnisse so zu nutzen, dass andere von dieser Bewegung angesteckt werden. Gerade junge Leute, die von der europäischen Idee bisher noch nichts halten, möchte ich motivieren, diese und andere Plattformen zu nutzen, um andere Menschen und Länder kennenzulernen. Wir sollten anfangen, uns darüber im Klaren zu sein, dass nur durch den friedvollen Zusammenschluss von Staaten zu einer Europäischen Union ein Leben im Wohlstand und in Frieden möglich ist.“ Ende

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Europawahl

TV-Duell zur Primetime!

Die dbb jugend will das TV-Duell zur Europawahl 2019 zur Primetime in ARD und ZDF sehen! In einem offenen Brief haben sich die Jungen Europäischen Föderalisten (JEF) an den ARD-Vorsitzenden und die Intendanten des ZDF sowie der Landesrundfunkanstalten der ARD gewandt mit der Forderung: Zeigt das TV-Duell der Spitzenkandidaten der Europawahl 2019 im öffentlich-rechtlichen Fernsehen – und zwar auf den Hauptsendern und zur besten Sendezeit!“ Dieser Forderung schließt sich die dbb jugend an. „Es ist eine riesige Chance, die öffentliche Diskussion um die Europawahl anzuregen. Dieser Verantwortung sollten sich die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten stellen“, sagte die Vorsitzende der AG Jugend in Europa der dbb jugend, Vanessa See, Anfang Juni. Hier geht’s direkt zum offenen Brief. Ende

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Seminar

Schlagfertig!

Gut zu Fuß und schlagfertig in Politik und Ehrenamt: Junge Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter der dbb jugend.
Vom 14. bis 16. Juni 2018 fand im dbb forum siebengebirge das Rhetorikseminar „Schlagfertig in Politik und Ehrenamt“ der dbb jugend statt. 13 junge Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfuhren in Königswinter von Dozent Michael Vetter unter anderem, wie man mit schwierigen Gesprächspartnern umgeht und in Gesprächen und Verhandlungen seine eigenen Ziele verfolgt und erreicht. Seminarleiter und dbbj-Vize Patrick Pilat: „Es war ein spannendes und lehrreiches Seminar. Dank des großartigen Dozenten sind wir jetzt alle für schwierige Verhandlungen und Gespräche gewappnet. Ich bedanke mich auch bei allen Teilnehmenden für die tolle und vorbildliche Zusammenarbeit.“ Ende

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... darüber berichten wir tagesaktuell auf der Homepage der dbb jugend unter: www.dbbj.de

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