Anzeige

100 Jahre dbb beamtenbund und tarifunion

Festakt mit Bundespräsident Steinmeier

2018 war ein wichtiges Jahr für den dbb beamtenbund und tarifunion – gegründet am 4. Dezember 1918, beging der gewerkschaftliche Dachverband sein 100-jähriges Bestehen und feierte das Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen – unter anderem gemeinsam mit der dbb jugend bei einer bunten Party im Ballhaus Berlin (t@cker berichtete). Feierlich wurde es auch am 29. November 2018 im dbb forum berlin in der Friedrichstraße, wo sich beim offiziellen Festakt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Ehre gab. Ausgiebig nutzte die dbb Bundesjugendleitung die Gelegenheit, um mit dem Staatsoberhaupt ins Gespräch zu kommen und ihm die Perspektive der jungen Menschen im öffentlichen Dienst näher zu bringen. dbb Chef Ulrich Silberbach machte bei seiner Festansprache mit Blick auf die lange und wechselvolle Geschichte des dbb deutlich: „Wir dienen immer und zuerst der freiheitlich-demokratischen Grund- und Werteordnung, die das friedliche Zusammenleben unserer gesamten Gesellschaft ermöglicht.“ Der Bundespräsident gratulierte zum Geburtstag und zollte Anerkennung: „Sie sind das Fundament, auf dem die hergebrachten Grundsätze des Berufsbeamtentums heute stehen. [...] Deshalb bin ich in erster Linie gar nicht hier, um zum Geburtstag zu gratulieren, sondern um denen, die täglich für unser Gemeinwesen arbeiten, allen Beschäftigen und Beamten, um Ihnen allen meinen Dank zu sagen. Nicht nur meinen Dank, den Dank des Bundespräsidenten, sondern ich sage diesen Dank im Namen all derer, die auf Ihr Engagement angewiesen sind. Deshalb im Namen aller Deutschen: Herzlichen Dank!“ Ende

 
     
Austausch: Die dbb Bundesjugendleitung nutzte die Gelegenheit, um Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Perspektive der jungen Menschen im öffentlichen Dienst näherzubringen.

Seitenanfang

 

dbb Jahrestagung 2019

Starker Staat statt schwarze Null

Komplett: Die dbb Bundesjugendleitung verfolgte die dbb Jahrestagung in Köln und war komplett mit Vize Christoph Strehle, Vize Liv Grolik, Vorsitzender Karoline Herrmann, Vize Philipp Mierzwa und Vize Florian Schütz (v.l.) vor Ort.
Mit großem Interesse und an der Seite vieler weiterer junger Gäste aus dem öffentlichen Dienst verfolgte die dbb Bundesjugendleitung die dbb Jahrestagung vom 6. bis 8. Januar 2019 in Köln. Großen Applaus gab es für die traditionelle Auftaktrede des dbb Bundesvorsitzenden. Ulrich Silberbach forderte angesichts des schwindenden Vertrauens der Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen massive Investitionen in den öffentlichen Dienst. „Die Menschen verlieren das Vertrauen in den Staat, in seine Institutionen, in Regierende und Parteien. Man glaubt nicht mehr, dass sie in der Lage sind, die Probleme zu lösen“, sagte der dbb Chef. Dies sei auch eine Folge jahrzehntelanger neoliberaler Attacken auf den Staat und „die Rache der schwarzen Null“. Silberbach: „Heute wissen wir: Der Qualität von Gesundheit, Sicherheit, Bildung, Infrastruktur und Kultur haben Privatisierung und Wettbewerb überhaupt nicht gutgetan.“ Jeder Mensch in Deutschland müsse sich aber darauf verlassen können, dass der öffentliche Dienst überall im Land gleich gut für ihn da ist. Daher, so der dbb Chef, brauche es „ein Sofortprogramm für einen starken und handlungsfähigen Staat. Er muss wieder wahrhaftig und greifbar an der Seite seiner Bürgerinnen und Bürger stehen.“ Dem sei in jeder Hinsicht zuzustimmen, betonte dbb jugend Chefin Karoline Herrmann und begrüßte Silberbachs Ausführungen zur Lage des Berufsnachwuchses im öffentlichen Dienst ausdrücklich. „Wir können scheinbar gar nicht oft genug klarmachen, dass die jungen Leute von heute völlig zu Recht auch Ansprüche an ihren Arbeitgeber haben. Wer ihnen keine Perspektiven und lähmenden Befristungsirrsinn bietet, wird sie leider nur von hinten sehen“, so Herrmann. Ende

Seitenanfang

 

Gewerkschaftsnachwuchs

START in Nürnberg

START-Workshop in Nürnberg – für den scheidenden dbb jugend Vize Patrick Pilat (r.) war das Seminar die „letzte Amtshandlung“.
Ende November lud die dbb jugend zum traditionellen START-Workshop nach Nürnberg, um dem ambitionierten Gewerkschaftsnachwuchs Einblick in die Verbandsarbeit und wichtige Tipps zu geben. Diesmal übernahmen das der Vorsitzende der Jugendpolitischen Kommission der dbb jugend, Marco Karbach, Paul Klinger, langjähriger Vorsitzender der dbb jugend hamburg, und der scheidende dbb jugend Vize Patrick Pilat, der mit dem Workshop seine „letzte Amtshandlung“ als Mitglied der dbb Bundesjugendleitung vollzog.
Neben Themen wie Vereins- und Satzungsrecht, Aufbau des dbb beamtenbund und tarifunion konnten sich die Teilnehmenden über einen tollen Einblick in den Bereich der Tarifverhandlungen freuen. Der stellvertretende Bundesvorsitzende und Fachvorstand Tarifpolitik, Volker Geyer, nahm sich viel Zeit für die Fragen und Anregungen der Nachwuchskräfte.
Einen Einblick in Jugendarbeit auf Landesebene gab die Vorsitzende der dbb jugend bayern, Lena Oelschlegel. Seminarleiter Patrick Pilat zeigte sich zufrieden: „Wieder einmal konnten wir unsere Erfahrungen und unser Wissen an junge, motivierte Menschen weitergeben. Ich danke allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die tolle Mitarbeit, Volker Geyer und Lena Oelschlegel für die Einblicke in ihre Bereiche und meinen beiden Dozenten Marko und Paul für die großartige Zusammenarbeit. Es war mich ein toller Abschluss in meiner Arbeit für die dbb jugend!“ Ende

Seitenanfang

 

Gespräch mit Grünen-Politikerin Irene Mihalic

Öffentlicher Dienst muss flexibler werden

Viele Arbeitgeber und Dienstherren müssen noch für die Digitalisierung sowie die zunehmende Individualisierung von Bildungsbiografien sensibilisiert werden. Darüber waren sich bei einem Treffen im Bundestag Grünen-Innenexpertin Irene Mihalic (2.v.r.), Liv Grolik, Karoline Herrmann und Florian Schütz von der dbb Bundesjugendleitung.
Große Einigkeit herrschte am 30. November 2018 beim Treffen der dbb jugend, vertreten durch die Vorsitzende Karoline Herrmann sowie die Vorstandsmitglieder Liv Grolik und Florian Schütz, mit der Abgeordneten Irene Mihalic, die für Bündnis 90 / Die Grünen im Bundestag sitzt.
„Die Zeiten, in denen man Bewerber nur in Studierte, Abiturienten und Real- oder Hauptschulabsolventen einteilen konnte, sind lange vorbei“, betonte Karoline Herrmann. „Stattdessen haben wir es heutzutage mitunter mit Fachkräften zu tun, die in verschiedenen Bereichen aus- und fortgebildet sind“, so Herrmann weiter, „oder mit Spezialisten, die ihre Expertise nicht durch formelle Bildung erlangt haben.“ Auf all diese Menschen mit ihren unterschiedlichen Qualifikationen müsse der öffentliche Dienst und das Laufbahnrecht viel besser als bislang eingehen, sagte die Vorsitzende der dbb jugend.
Auch die Gefahr, dass sich ansonsten der Fachkräftemangel im öffentlichen Dienst weiter zu verschärfen drohe, sehen beide Seiten: „Wenn junge Menschen sich nicht wertgeschätzt fühlen, haben sie inzwischen in der Wirtschaft die freie Auswahl an gut bezahlten Arbeitsplätzen“, stellte die Abgeordnete Mihalic klar. Daher müssten Dienstherren hier schnell sensibilisiert werden.
Übereinstimmung herrschte auch darin, dass die Digitalisierung zu einer Stärkung des ländlichen Raums und zu einer verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben führen solle. „Richtig umgesetzt, kann etwa Mobiles Arbeiten auch das Ehrenamt wieder stärken“, erklärte die stellvertretende Vorsitzende Liv Grolik, „weil die Beschäftigten sich ihre Zeit besser einteilen können.“ So könnten auch die freiwilligen Feuerwehren oder das THW von der Digitalisierung profitieren.
Ein weiteres Thema beim Gedankenaustausch war die bundeseinheitliche Besoldung, die sowohl die dbb jugend als auch Mihalic positiv bewerten. „Die Lücken, die sich heute zwischen den Ländern und dem Bund auftun, sind eklatant“, stellte der stellvertretende Vorsitzende der dbb jugend, Florian Schütz, heraus. Hier müsse schnell gegengesteuert werden. Allerdings gab ihm Mihalic hier wenig Grund zur Hoffnung, da die diesem Missstand zugrundeliegende Föderalismusreform vorerst wohl nicht angefasst würde. Ende

Seitenanfang

 

Gedenkstätten-Seminar in Berlin

In die Vergangenheit reisen, für die Zukunft lernen

„Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Dem einen oder anderen ging dieser Slogan vielleicht durch den Kopf, nachdem er seine positive Rückmeldung zur Anmeldung zum Gedenkstätten-Seminar der dbb jugend bekommen hatte – vom 30. November bis 2. Dezember 2018 ging es unter der Überschrift „1933 bis 1990 – Eine Reise durch die Geschichte Deutschlands“ in die Hauptstadt.
Am Freitag nach der Anfahrt, die für unsere aus ganz Deutschland kommenden Teilnehmer unterschiedlich lange dauerte, wurden wir erst einmal in einem Seminarraum nicht nur von Christoph, unserem Seminarleiter, sondern auch gleich von zwei Referenten der MBR begrüßt: die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus, die auch Seminare zu diesem Thema anbietet. In unserem Fall lag der Schwerpunkt auf der Frage, wie man am besten auf Rechtspopulismus reagiert und auch antwortet. Es folgte ein unglaublich interessanter, lehrreicher und unterhaltsamer Nachmittag. Mithilfe des Aufzeigens der Taktiken von „diskussionsbereiten“ Rechten, Hintergründen und mit Rollenspielen, in denen jeder mal die Seite des „besorgten Bürgers“ einnehmen musste, wurden wir für den zukünftigen Umgang bestens vorbereitet.
Von aktuellen Themen am Freitag ging es am Samstag einen Schritt zurück in die Geschichte. Erstes Ziel: das ehemalige Stasi-Gefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. Das Wetter passte zum Anlass: kalt, verregnet und grau, was die beklemmende und düstere Atmosphäre des Gefängnisses unterstrich. Geführt von einem Zeitzeugen, der selbst in der DDR als politischer Gefangener inhaftiert war, wurden uns die brutalen Methoden und wie sich das Gefängnis mit der politischen Lage der DDR mit veränderte, aufgezeigt. Drei Stunden reichten lange nicht aus, um alles zu erfahren, aber der bleibende Eindruck dieser Gedenkstätte wird uns in Zukunft immer begleiten.

Vertrauen missbraucht – die Methoden der Stasi

Nächster Stopp war die Gedenkstätte Normannenstraße. Dort ist in der ehemaligen Stasizentrale ein Stasi-Museum eingerichtet worden. Ein weiterer Zeitzeuge und ehemaliger Häftling schilderte uns seine Beweggründe, in den Westen zu wollen, erzählte von seiner Zeit in Haft und überließ uns seine DDR-Akten zum Durchlesen. Während seiner Führung durch das Museum zeigte er uns die einzelnen Räume, erinnerte an ihre frühere Funktion und erklärte auch die Spionagetechniken der Staatssicherheit. Vertraue niemals deinem Nachbarn! Oder einer Gießkanne, die zufällig im Raum steht und auf dich gerichtet ist. Oder dem Aktenkoffer, in den ein Loch für eine Kamera gebohrt wurde. Überhaupt, jeder Gegenstand war eigentlich verdächtig. Das System aus Gewalt und Drohung, Belohnung und Bevorzugung, das die Herrschenden in der DDR schufen, ist in dieser Gedenkstätte noch heute greifbar.
Sonntag war schon der letzte Tag unseres kurzen Gedenkstätten-Seminars. Zeitlich gesehen gingen wir aber noch einen Schritt zurück: Vom Rechtsextremismus heute über die DDR zum Nationalsozialismus, zu den Widerstandskämpfern im Dritten Reich. Widerstand – was heißt das überhaupt? Und war Stauffenberg, der ein Attentat auf Hitler verübte, nicht eigentlich ein Terrorist? Ein Staatsbeamter, der seine Dienstpflicht verletzte und gegen geltendes Recht verstieß? Und was soll das überhaupt heißen, was heute auch im Grundgesetz verankert ist in Artikel 20, Absatz 4 – das „Recht zum Widerstand“? Mit solchen, teilweise provozierenden Fragen wurden wir im Museum begrüßt und eingeladen, uns damit auseinander zu setzten. Wichtige Fragen, gerade für Beamte, die einen Amtseid ablegen und unter anderen Zeitumständen genauso gut unter Hitler Beamte hätten sein können. Nach diesem Denkanstoß bekamen wir eine Führung und teilten uns dann in Kleingruppen auf, um einzelne Widerstandsgruppen wie die Arbeiter, Studenten oder den Widerstand „normaler“ Bürger in Deutschland zu untersuchen und der Runde dann vorzustellen.
Mit diesem letzten Impuls wurden wir auch schon wieder in die Gegenwart geworfen. Das Seminar war offiziell beendet und die wirklich nette Gemeinschaft, die sich gebildet hatte, löste sich wieder auf. Ich für meinen Teil bin froh, dabei gewesen zu sein. Ich werde viel aus diesem Seminar mitnehmen können und neben spannenden Geschichten und wichtigen Denkanstößen auch noch Zuhause in Bayern erzählen können, endlich mal die berühmte Berliner Currywurst gegessen zu haben. Ende Hannah Lauerer

Seitenanfang

 

... darüber berichten wir tagesaktuell auf der Homepage der dbb jugend unter: www.dbbj.de

Seitenanfang