Anzeige

Krankenkassen kümmern sich

Anlaufstelle für Geflüchtete

    Die Ungewissheit ist oft groß bei den Geflüchteten – wie wird die Aufnahme im fremden neuen Land sein, wie wird man behandelt? Im Gesundheitsbereich schaffte die Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge Klarheit und ein effektives Verfahren für alle Beteiligten.

Von Marc Westhöfer*

Was kommt auf mich zu? Werde ich in diesem für mich fremden Land fair behandelt? Was wird die Zukunft für mich bringen? Diese oder vielleicht auch ganz andere Fragen beschäftigen viele tausend Menschen, die nach Deutschland kommen, um Zuflucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger zu suchen. Ich möchte berichten, was mein Arbeitgeber, die IKK Südwest, hier vor Ort für diese Menschen tut, damit für sie der Start ein wenig leichter von der Hand geht. Zusammen mit den gesetzlichen Krankenkassen (unter anderem der IKK Südwest) hatte das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie im Februar 2016 eine Rahmenvereinbarung zur Einführung einer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) für Flüchtlinge unterzeichnet – heute ist dieses Modell bei uns in Mainz gelebte Praxis.

IKK Südwest-Vorstand Roland Engehausen befürwortete die Entscheidung der Stadt Mainz für die Einführung der eGK von Anfang an: „Wir stellen uns als regional starke Krankenkasse der gesellschaftlichen Herausforderung, die die Bewältigung der Zuwanderung bedeutet.“

Durch einen Beschluss des Mainzer Stadtrates am 23. November 2016 wurde die Verwaltung der Landeshauptstadt Mainz beauftragt zu prüfen, ob eine Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge kostenneutral, das heißt ohne Mehrkosten für die Stadt Mainz, möglich ist. „Nach guten und fairen Gesprächen und Verhandlungen mit der IKK Südwest konnte ein Weg gefunden werden, wie die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Flüchtlinge unter den Vorgaben des Mainzer Stadtrates zum 1. Juli 2017 eingeführt werden kann“, so Sozialdezernent Kurt Merkator.
IKK Südwest-Vorstand Roland Engehausen befürwortete damals die Entscheidung der Stadt und betonte: „Wir stellen uns als regional starke Krankenkasse der gesellschaftlichen Herausforderung, die die Bewältigung der Zuwanderung bedeutet. Hier in unserer Landeshauptstadt Mainz wollen wir die Stadtverwaltung mit unseren automatisierten und sicheren elektronischen Verfahren bei der Gesundheitsversorgung von Asylbewerbern von Bürokratie entlasten.“

Digital statt Papier – davon profitieren alle

In einem eigens eingerichteten Büro für die IKK Südwest im Amt für soziale Angelegenheiten der Stadt Mainz werden die Geflüchteten empfangen und umfassend informiert – Material und Unterlagen gibt es von der IKK Südwest natürlich auch in den häufig gesprochenen Sprachen Arabisch und Farsi.

Ohne die eGK erhalten Geflüchtete, die nach einem Aufenthalt in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen der Stadt Mainz zugewiesen werden, dort für den Arztbesuch automatisch jedes Quartal einen Behandlungsschein. Dieser Entscheidungs- und Prüfaufwand sowie die Ausgabe der Behandlungsscheine entfallen nun für die Menschen bis auf wenige Ausnahmen.
Die Einschränkung der medizinischen Versorgung für Flüchtlinge gegenüber den Leistungen für gesetzlich Krankenversicherte ist im Asylbewerberleistungsgesetz geregelt und wird weiterhin Bestand haben. Die IKK Südwest und die Stadt Mainz haben vor diesem Hintergrund gemeinsam einen Leistungsumfang definiert, der die Bedürfnisse der Flüchtlinge und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben berücksichtigt und zugleich ein möglichst unbürokratisches Verfahren der Leistungsgewährung festlegt. Das Leistungsspektrum für Flüchtlinge verändert sich durch die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte nicht, jedoch erhält zukünftig jeder Neuankömmling eine eigene Krankenversichertenkarte und wird von der IKK Südwest betreut.
Wie läuft die Übergabe genau ab? Aufgrund der Tatsache, dass die Flüchtlinge überwiegend in der gleichen Unterkunft wohnen, wird ein zuständiger Kundenberater in der Mainzer IKK-Stadtgeschäftsstelle vorab über die Ankunft informiert. Am Vortag erfährt die IKK Südwest durch eine elektronische Datenübermittlung, welche Menschen vom Kundenberater angetroffen werden.
In einem eigens eingerichteten Büro für die IKK Südwest im Amt für soziale Angelegenheiten werden die Schutzbedürftigen dann einzeln empfangen. Für die ersten Tage erhalten sie einen Abrechnungsschein in Papierform sowie einen Befreiungsausweis für gesetzlich anfallende Zuzahlungen. Die eGK wird im Anschluss per Post in die Einrichtung zugesandt.
Da viele Menschen der deutschen oder englischen Sprache nicht mächtig sind, hat die IKK Südwest spezielle „Starterbroschüren“ in den Sprachen Arabisch und Farsi entwickelt. In diesen sind alle wichtigen Informationen über die ersten Schritte im deutschen Gesundheitssystem erklärt.
Wir als IKK Südwest sind stolz darauf, den Menschen auf eine unkomplizierte Art und Weise die ersten Tage in Deutschland zur Seite stehen zu können.

* Marc Westhöfer ist 30 Jahre alt und arbeitet seit 2008 bei der IKK Südwest in Mainz als Kundenberater und Ausbilder. Marc ist Mitglied der GdS (Gewerkschaft der Sozialversicherung).

Seitenanfang